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	<description>Die Karriere-Zeitschrift für Juristen im Netz</description>
	<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 22:49:39 +0000</pubDate>
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		<title>Fesselnd bis zur letzten Seite</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 22:49:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<category><![CDATA[Spannung]]></category>

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		<description><![CDATA[„Das Geständnis“ von John Grisham 
Oliver Niekiel
Im Büro von Reverend Keith Schroeder erscheint ein gebrechlich wirkender Mann namens Travis Boyette.  Dieser gibt vor, unheilbar krank und dem Tode nahe zu sein. Und er gesteht die Vergewaltigung und den Mord an Nicole Yarber, wofür Donté Drumm verurteilt wurde und seit mehreren Jahren in Texas in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Das Geständnis“ von John Grisham </strong></p>
<p><em>Oliver Niekiel</em></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-2225" title="lit-niekiel-grisham-gestandnis" src="http://www.justament.de/wp-content/uploads/2012/01/lit-niekiel-grisham-gestandnis-150x150.jpg" alt="lit-niekiel-grisham-gestandnis" width="150" height="150" />Im Büro von Reverend Keith Schroeder erscheint ein gebrechlich wirkender Mann namens Travis Boyette.  Dieser gibt vor, unheilbar krank und dem Tode nahe zu sein. Und er gesteht die Vergewaltigung und den Mord an Nicole Yarber, wofür Donté Drumm verurteilt wurde und seit mehreren Jahren in Texas in der Todeszelle auf seine Hinrichtung durch die Giftspritze wartet. Da Travis Boyette den vermeintlichen Tathergang in allen Einzelheiten beschreiben kann und angeblich auch den Ort kennt, an dem die Leiche begraben liegt, schenkt ihm der Reverend nach anfänglich großen Zweifeln schließlich Glauben. Gemeinsam machen sich Schroeder und Boyette deshalb auf den weiten Weg nach Texas, um die in wenigen Tagen angesetzte Hinrichtung von Donté Drumm zu verhindern. In Texas selbst versuchen Rechtsanwalt Robbie Flak und sein Team die Tötung des vermeintlich Unschuldigen zu stoppen. Dabei sehen sich alle Beteiligten vorhersehbaren und unvorhersehbaren Hindernissen ausgesetzt. Politische Ziele und potenzielle Wählerstimmen stehen scheinbar über dem Gesetz. Das Buch ist von Beginn an spannend. Es bleibt zunächst unklar (und soll auch hier nicht verraten werden), ob Boyette die Wahrheit sagt oder im Sog der anstehenden Tötung nur Aufmerksamkeit erregen möchte. Auch bleibt lange offen, ob die Hinrichtung von Donté Drumm verhindert werden kann. Auf das Ergebnis muss der Leser wider Erwarten jedoch nicht bis zum Ende des Buches warten. Auch nach der endgültigen Entscheidung für oder gegen die Giftspritze ist die Geschichte nicht zu Ende erzählt. Interessant und fesselnd bleibt das Buch bis zur letzten Seite. Wie geht das Leben von Reverend Schroeder und Travis Boyette, von den Eltern der getöteten Nicole Yarber, den beteiligten Juristen und Politikern weiter? All das erfährt der Leser auf insgesamt 528 Seiten. Die Geschichte erinnert in Teilen an den Fall des Afroamerikaners Troy Davis, der trotz weltweiter Proteste 2011 hingerichtet wurde, dürfe aber für eine Vielzahl ähnlich gelagerter Fälle stehen. Fazit: Unbedingt lesenswert!</p>
<p>John Grisham: Das Geständnis<br />
Gebundene Ausgabe: 528 Seiten<br />
Verlag: Heyne Verlag<br />
Sprache: Deutsch<br />
ISBN-10: 3453266595<br />
ISBN-13: 978-3453266599<br />
Preis: 21,99 €</p>
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		<title>Unbekannte Schöne im Norden Europas</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 22:41:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[AUSBILDUNG]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine Anwaltsstation in Tallinn
Sarah Thiers
Tallinn? Wo liegt das noch gleich genau? Warum nicht London oder New York? Das sind Fragen mit denen man konfrontiert wird, wenn man plant drei Monate seiner Anwaltsstation in Estlands Hauptstadt zu verbringen.
Estland ist der kleinste und nördlichste der drei baltischen Staaten. Seit 2004 ist Estland Mitglied der EU und bezahlt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Meine Anwaltsstation in Tallinn</strong></p>
<p><em>Sarah Thiers</em></p>
<div id="attachment_2220" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><img class="size-thumbnail wp-image-2220" title="10-ausbildung-iphone-tallinn-500" src="http://www.justament.de/wp-content/uploads/2012/01/10-ausbildung-iphone-tallinn-500-150x112.jpg" alt="Foto: privat" width="150" height="112" /><p class="wp-caption-text">Foto: privat</p></div>
<p>Tallinn? Wo liegt das noch gleich genau? Warum nicht London oder New York? Das sind Fragen mit denen man konfrontiert wird, wenn man plant drei Monate seiner Anwaltsstation in Estlands Hauptstadt zu verbringen.<br />
Estland ist der kleinste und nördlichste der drei baltischen Staaten. Seit 2004 ist Estland Mitglied der EU und bezahlt wird seit dem 01.01.2011 mit dem Euro. Zu Recht wird Tallinn als die unbekannte Schöne in Europas Norden bezeichnet. Schön, weil es wohl kaum eine zweite Stadt gibt in der man Antikes und Modernes so charmant vereint findet und unbekannt, weil seine Existenz wohl noch nicht in das Bewusstsein aller Europäer vorgedrungen ist. Beides waren gute Gründe für mich, diese Stadt und auch Estland entdecken zu wollen. Gut 400.000 Menschen der insgesamt knapp 1,4 Millionen Einwohner Estlands leben in der Hauptstadt Tallinn, die dieses Jahr den Titel „europäische Kulturhauptstadt 2011“ trägt.</p>
<p><strong>Die Kanzlei<br />
</strong> Durch eine Anzeige im Internet bin ich auf bnt attorneys-at-law aufmerksam geworden. Meine spontane Neugierde wurde durch Erfahrungsberichte im Netz noch verstärkt. Bereits wenige Tage nachdem ich Lebenslauf und Anschreiben per e-mail an bnt (info.ee@bnt.eu) gesandt hatte, bekam ich die Zusage.<br />
bnt ist eine international tätige Kanzleiengruppe, die in 10 Ländern in Mittel- und Osteuropa vertreten ist. In jedem dieser Länder berät ein internationales Team von Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten Mandanten hauptsächlich in Fragen des Steuer- und Wirtschaftsrechts. Das Büro in Estland ist die kleinste bnt-Vertretung und wird von dem finnischen Rechtsanwalt Janne Veneranta geleitet. Außerdem arbeiten in der Kanzlei zwei estnische Rechtanwältinnen und die Büromanagerin und gute Seele der Kanzlei, die wie auch eine der estnischen Rechtsanwältinnen neben Estnisch und Englisch perfekt Deutsch spricht. In diesem Sommer arbeiten außerdem zwei weitere Referendare aus Finnland und Estland in der Kanzlei mit.<br />
Am ersten Tag bekam ich eine eigene bnt e-mail Adresse und wurde schnell in die Kanzleiarbeit eingebunden. Die Aufgaben der Referendare bestehen zum Einen darin, die Rechtsanwälte bei ihrer Arbeit an den Fällen zu unterstützen. Wie ich es aus einer deutschen Kanzlei gewohnt war, mussten Recherchen betrieben, Gutachten erstellt sowie Schreiben an deutsche Mandanten und Gerichte gefertigt werden. Zum Anderen bestand eine meiner Aufgaben darin, Schriftsätze, Formulare und Verträge zu übersetzen oder zu korrigieren. Auch dieser Aufgabenbereich gefiel mir, da ich dadurch meine Englischkenntnisse verbessern konnte und in englischer Rechtsterminologie geschult wurde. Man braucht sich weder um mangelnde Kenntnisse der estnischen Sprache noch um solche des estnischen Rechtssystems zu sorgen. Zum Einen sind die Arbeitssprachen Englisch und Deutsch und zum Anderen ist das estnische Recht dem deutschen sehr ähnlich. Der Umgang in der Kanzlei ist sehr freundschaftlich. So wurde mir schon am ersten Tag das Du angeboten. Bei gemeinsamen Mittagessen und gemeinsamen Ausflügen, wie zum Beispiel einem Segeltörn, mischen sich juristische mit privaten Themen. In dieser positiven Atmosphäre habe ich mich sehr gut aufgehoben gefühlt.</p>
<p><strong>Leben in Tallinn</strong><br />
Mit Hilfe der Büromanagerin fand ich im Vorfeld schnell ein kleines Apartment, lediglich 10 Minuten von der Kanzlei  entfernt, von der aus die wunderschöne Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen mit wenigen Schritten zu erreichen ist. Das Stadtbild ist geprägt von atemberaubenden Häuserfronten, die so perfekt restauriert sind, dass man den Eindruck hat, sie seien soeben aus einem Bilderbuch entwischt. Hinter jeder Ecke verstecken sich Teile der mittelalterlichen Stadtmauer mit ihren 26 noch erhaltenen roten Türmen.<br />
Mindestens genauso herausgeputzt wie die Häuserfronten der Stadt sind auch ihre Bewohner. Man outet sich - wie ich - direkt als Tourist, wenn man am Wochenende mit Jeans, Sweatshirt und Turnschuhen ausgestattet die Stadt erkunden möchte. Ein solches „Lotteroutfit“ kommt für die estnischen Frauen nicht in Frage. Dem Kopfsteinpflaster zum Trotz prägen High-Heels das Straßenbild. Diese kann man in einem der modernen Einkaufszentren erstehen, die täglich von 9-21 Uhr geöffnet sind.<br />
Tallinn ist zudem ein perfekter Ausgangspunkt für viele Unternehmungen. Tallinn selbst hat in seiner direkten Umgebung schöne Ostseestrände zu bieten. In dem ca. 70 km entfernten Lahemaa Nationalpark kann man die typische Landschaft Nordestlands genießen, sowie alte Herrenhäuser und naturbelassene Strände besuchen. Helsinki ist mit der Fähre in zwei Stunden zu erreichen. Durch das gut ausgebaute Busnetz sind außerdem Wochenendausflüge nach Riga und Vilnius, die Hauptstädte von Lettland und Litauen, und sogar nach Sankt Petersburg kostengünstig möglich. Für einen Besuch in Sankt Petersburg wird ein Visum benötigt, das von Tallinn aus über ein Reisebüro problemlos organisiert werden kann.</p>
<p><strong>Fazit</strong><br />
Um die eingangs aufgeworfene Frage mit einer Gegenfrage zu beantworten, warum denn eigentlich nicht Tallinn? Ich bin sehr froh, dass ich mich so entschieden habe. Ich hätte es sowohl in Estland als auch bei bnt attorneys-at-law nicht besser antreffen können und meine gesammelten Erfahrungen hätten nirgendwo vielfältiger und spannender sein können als in Tallinn.</p>
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		<title>DER Einstieg in das Kapitalgesellschaftsrecht</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 12:21:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[BESPRECHUNGEN]]></category>

		<category><![CDATA[LITERATUR]]></category>

		<category><![CDATA[3. Auflage]]></category>

		<category><![CDATA[Einstieg]]></category>

		<category><![CDATA[Jan Wilhelm]]></category>

		<category><![CDATA[Kapitalgesellschaftsrecht]]></category>

		<category><![CDATA[Kapitalmarktrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Kapitalgesellschaftsrecht von Jan Wilhelm in dritter Auflage
Patrick Mensel
Das Kapitalgesellschaftsrecht ist einer DER Bestandteile des Wirtschaftsrechts. Vor allem für Absolventen, die gerne in Großkanzleien anfangen möchten, ist eine solide Basis dieser Materie nur von Vorteil; bei einem Arbeitsbereich von M&#38;A bis Kapitalmarktrecht muss ein Berufseinsteiger einfach solide Kenntnisse im Kapitalgesellschaftsrecht mitbringen.
Das Rechtsgebiet hat durch die Rechtsprechung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kapitalgesellschaftsrecht von Jan Wilhelm in dritter Auflage</strong></p>
<p><em>Patrick Mensel</em><br />
<img class="alignleft size-thumbnail wp-image-2216" title="lit-patrick-mensel-wilhelm-kapitalgesellschaftsrecht-cover" src="http://www.justament.de/wp-content/uploads/2012/01/lit-patrick-mensel-wilhelm-kapitalgesellschaftsrecht-cover-150x150.jpg" alt="lit-patrick-mensel-wilhelm-kapitalgesellschaftsrecht-cover" width="150" height="150" />Das Kapitalgesellschaftsrecht ist einer DER Bestandteile des Wirtschaftsrechts. Vor allem für Absolventen, die gerne in Großkanzleien anfangen möchten, ist eine solide Basis dieser Materie nur von Vorteil; bei einem Arbeitsbereich von M&amp;A bis Kapitalmarktrecht muss ein Berufseinsteiger einfach solide Kenntnisse im Kapitalgesellschaftsrecht mitbringen.<br />
Das Rechtsgebiet hat durch die Rechtsprechung eine gewisse Eigendynamik entwickelt, die einen Einstieg in diese Materie – nicht nur aber auch – durch Urteile möglich macht. Wilhelms Buch wird diesem Umstand gerecht.<br />
Die Einleitung stellt eine gute Übersicht des deutschen Rechts der Aktiengesellschaft und der GmbH dar, wobei auch auf Mischformen eingegangen wird. System und Entwicklung werden minutiös beschrieben. Das nächste große Kapitel nimmt sich der Gründung einer Gesellschaft an. Hervorzuheben ist der Abschnitt über die einzelnen Regeln zur Gründung, der gut strukturiert Aufschluss gibt. Das Kapitel bezüglich des Schutzes des Gesellschaftsvermögens ist vor allem für Praktiker interessant, die auch die Ausführungen zu dem eigenkapitalersetzenden Gesellschafterdarlehen schätzen werden. Die praxisrelevanten Seiten des Kapitalmarktrechtes geben dem Buch eine besondere Note. Handel mit Aktien, Emissionen oder Übernahmeregelungen: In diesem Kapitel gibt es auf all diese Fragen kompetente Antworten. Die folgenden Abschnitte beziehen sich auf die Interna der Gesellschaft, legen den Schwerpunkt auf Buchführung/Bilanzierung und die Kommanditgesellschaft auf Aktien. Konzern- und Umwandlungsrecht haben ebenfalls eigene Kapitel und runden das breite Angebot ab.<br />
Das Layout entspricht dem der üblichen de Gruyter Lehrbücher. Für eine zukünftige Auflage mag man sich gerne Schaubilder wünschen, die beispielsweise in Kapitel E „Die Änderung des gezeichneten Kapitals“ für mehr Übersichtlichkeit und Wiederholungskomfort sorgen würden. Für Studenten des Schwerpunktbereichs, an die sich das Buch unter anderem direkt richtet, kann auch die Einführung von Wiederholungsfragen sinnvoll sein. Die angefügten Register am Ende des Buches – vor allem das Entscheidungsregister – sind umfangreich und für die Lektüre überaus hilfreich.</p>
<p>Die Themen der Schwerpunktbereiche sind vielfältig und das Wirtschaftsrecht hat dabei eine dominierende Stellung eingenommen. Studenten dieser Bereiche werden sich mit diesem Werk intensiv beschäftigen können und einen großen Nutzen daraus ziehen. Der Umfang des Kapitalgesellschaftsrechts ist ungeheuer groß, die Anzahl der sich mit der Materie beschäftigenden Werke klein. Wilhelms Buch muss die Konkurrenz nicht scheuen. Komplexe Zusammenhänge werden nur selten so überschaubar dargestellt wie hier. Es ist ein anspruchsvolles Werk, dem man viel abgewinnen kann, und es wird sicherlich noch viele Generationen an Wirtschaftsjuristen begleiten.</p>
<p>Jan Wilhelm<br />
Kapitalgesellschaftsrecht<br />
De Gruyter<br />
2009, 3. Auflage, Berlin, 572 Seiten, 49,95 €<br />
ISBN 978-3-89949-461-7</p>
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		<title>Alex im Irrenhaus</title>
		<link>http://www.justament.de/archives/2212</link>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 12:11:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[ALEX]]></category>

		<category><![CDATA[LIEBES TAGEBUCH]]></category>

		<category><![CDATA[Irrenhaus]]></category>

		<category><![CDATA[Probehören]]></category>

		<category><![CDATA[Repetitor]]></category>

		<category><![CDATA[Vorlesungen]]></category>

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		<description><![CDATA[NEU: Aus dem Tagebuch eines Jura-Studenten
Liebes Tagebuch,
mein Name ist Alexander und ich studiere im siebten Semester Rechtswissenschaften. Du kannst mich wie meine Freunde einfach Alex nennen. Anders als meine Vorgängerinnen, bin ich also männlich. Das bedeutet auch, dass es sich bei meinem ersten Tagbucheintrag um eine der ersten Gleichstellungen von Mann und Frau handelt und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>NEU: Aus dem Tagebuch eines Jura-Studenten</p>
<p>Liebes Tagebuch,</p>
<p>mein Name ist Alexander und ich studiere im siebten Semester Rechtswissenschaften. Du kannst mich wie meine Freunde einfach Alex nennen. Anders als meine Vorgängerinnen, bin ich also männlich. Das bedeutet auch, dass es sich bei meinem ersten Tagbucheintrag um eine der ersten Gleichstellungen von Mann und Frau handelt und nicht umgekehrt. Du lässt mir also eine ganz besondere Ehre zuteil werden. Ich freue mich darüber, diesen Neuanfang mit dir zu schreiben. Dass ich im siebten Semester studiere, hat übrigens auch mit einem Neuanfang zu tun. Ich habe gerade mit der Examensvorbereitung angefangen. Und dabei kann ich nur sagen, dass mir vieles, was ich in den letzten drei Jahren mühsam für Klausuren gelernt habe, beim Wiederholen, wie neu vorkommt. Neu ist auch, dass ich einer von den wenigen bin, die an meiner Universität mit dem Ex-o-Rep Programm (Examen ohne Repetitor) auf das Staatsexamen lernen. Das heißt ohne privaten Repetitor und weitestgehend selbständig. Als Kontrolle habe ich nur meine Lerngruppe. Ich ahne, dass du mich jetzt für einen krassen Überflieger hältst, der immer nur neun Punkte und mehr in seinen Klausuren schreibt. Nein, liebes Tagebuch, da hast du dich getäuscht. Ich bin nichts weiter als einer der vielen durchschnittlichen Studenten. Und bevor du mir die Frage nach dem Warum stellst, hier gleich die Antwort: Weil es für mich persönlich besser ist! Ich war mehrmals beim Repetitor und habe dort Probe gehört. Das war zwar besser als in den meisten Vorlesungen– im Gegensatz zu Professoren sind die meisten Repetitoren didaktisch begabt– aber ich fühlte mich wie in einem Irrenhaus. Lauter Studierende, die sich nach einer Weile nur noch erzählen können, wie schwer und schlimm ihr Leben gerade ist. Das war Weltuntergangsstimmung. In dem Wissen, dass ich diese Stimmung auch alleine erzeugen kann, habe ich auf einen Repetitor verzichtet. Stattdessen habe ich nun das Glück mit meiner Lerngruppe eine Schicksalsgemeinschaft gefunden zu haben, mit der ich die unvermeidlichen Höhen und Tiefen der Examensvorbereitung genießen kann. Ich will an dieser Stelle auch deutlich machen, dass die privaten Repetitoren für viele Studierende eine sehr gute Sache sind. Ich glaube aber, dass ich persönlich mit dem jetzigen Programm viel mehr Eigenverantwortung beim Lernen habe. Ob es letztlich besser ist, wird sich zeigen. Es ist auf jeden Fall günstiger. Ich bete jeden Tag zum lieben Gott, dass ich mich gerade nicht in der größten Selbstbetrugsphase meines Lebens befinde und den falschen Weg gewählt habe. Keine Neuheit ist es übrigens, wenn ich dir sage, dass die Universitäten seit mehr als hundert Jahren an der misslichen Lage von Studenten in der Examensvorbereitung nichts ändern und häufig der private Repetitor nötig ist. Das ist schlichtweg dilettantisch! Aber ein neues Jahr – ein neuer Anfang, für alle. Vor mir liegen viele weiße Blätter, die ich beschreiben werde.</p>
<p>Dein Alex</p>
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		<title>Schematisch, locker, lesenswert</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 12:13:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[BESPRECHUNGEN]]></category>

		<category><![CDATA[LITERATUR]]></category>

		<category><![CDATA[Europa]]></category>

		<category><![CDATA[Freie Universität]]></category>

		<category><![CDATA[Geschichte des Rechts]]></category>

		<category><![CDATA[Rechtsgeschichte]]></category>

		<category><![CDATA[Uwe Wesel]]></category>

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		<description><![CDATA[Uwe Wesels „Geschichte des Rechts in Europa“
Matthias Wiemers
Uwe Wesel, Emeritus für Römisches Recht, Bürgerliches Recht und Zivilprozessrecht an der Freien Universität, ist Autor zahlreicher Bücher vornehmlich mit rechtsgeschichtlichem Inhalt. Das neueste Werk aus dieser Reihe, nun schon vor über einem Jahr erschienen, spürt Rechtsentwicklungen in Europa seit der griechischen Antike nach. Auf über 700 Seiten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Uwe Wesels „Geschichte des Rechts in Europa“</strong></p>
<p><em>Matthias Wiemers</em></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-2207" title="lit-wiemers-geschichte-des-rechts-in-europa-cover" src="http://www.justament.de/wp-content/uploads/2012/01/lit-wiemers-geschichte-des-rechts-in-europa-cover-150x150.jpg" alt="lit-wiemers-geschichte-des-rechts-in-europa-cover" width="150" height="150" />Uwe Wesel, Emeritus für Römisches Recht, Bürgerliches Recht und Zivilprozessrecht an der Freien Universität, ist Autor zahlreicher Bücher vornehmlich mit rechtsgeschichtlichem Inhalt. Das neueste Werk aus dieser Reihe, nun schon vor über einem Jahr erschienen, spürt Rechtsentwicklungen in Europa seit der griechischen Antike nach. Auf über 700 Seiten gelingt es ihm unter einem hohen Maß an Konzentration Trends in einer Auswahl europäischer Staaten und verschiedenen Rechtsgebieten nachzuzeichnen. Die Kapiteleinteilung folgt dabei einer gewissen Chronologie: „Griechenland“, „Rom“, „Byzanz“, „Kelten, Germanen, Slawen“ heißen die erste Kapitel, bevor sich der Autor in drei Kapiteln dem (europäischen) Mittelalter widmet. Verhältnismäßig umfangreich sind naturgemäß die beiden folgenden Abschnitte über das 19. und 20. Jahrhundert. Das wird umrahmt von einer Verständigung über „Europa“ (Kapitel 1), einem Exkurs über „Europäische Rechtsgeschichte“ (gleich danach) und schließlich einem Schlusskapitel zu „Rückblick und Vergleich: Europäisches Recht“. Trotz eines notwendigerweise etwas schematischen Vorgehens innerhalb der einzelnen Kapitel, das wohl erforderlich ist, will man die gewaltige Stoffmenge bewältigen, gelingt es Wesel mit der von ihm bekannten mitunter etwas lockeren Schreibweise, das Interesse des Lesers zu erhalten. Ebenfalls bekannt ist er für eine linksliberale politische Grundeinstellung – was nicht jedem schmecken mag. Neben der Entwicklung von Gesetzgebung und Wissenschaft sind auch diverse (historische) Rechtsfälle eingestreut, von denen besonders der Emmely-Fall (Rdnr. 700, ganz am Ende des Buchs) und die Schilderung der Dreyfuss-Affäre in Frankreich (Rdnr. 146), die der Rezensent noch nirgends so gut dargestellt gefunden hat, zur Lektüre empfohlen werden.<br />
Alles in allem ein sehr lesenswertes Buch für alle, die der zunehmenden Verflachung auch des juristischen Studiums entgehen wollen.</p>
<p>Uwe Wesel<br />
Geschichte des Rechts in Europa. Von den Griechen bis zum Vertrag von Lissabon<br />
Verlag C. H. Beck, München 2010<br />
734 S., 38 Euro<br />
ISBN 978-406-60388-4</p>
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		<title>Göttin Polly</title>
		<link>http://www.justament.de/archives/2202</link>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 12:03:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SCHEIBEN VOR GERICHT]]></category>

		<category><![CDATA[Anna Calvi]]></category>

		<category><![CDATA[Let England Shake]]></category>

		<category><![CDATA[PJ Harvey]]></category>

		<category><![CDATA[Politisches Album]]></category>

		<category><![CDATA[Pop-Göttin]]></category>

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		<description><![CDATA[<img class="alignleft size-thumbnail wp-image-2203" title="scheiben-tc-pj-harvey-let-england-cover" src="http://www.justament.de/wp-content/uploads/2012/01/scheiben-tc-pj-harvey-let-england-cover-150x150.jpg" alt="scheiben-tc-pj-harvey-let-england-cover" width="150" height="150" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>PJ Harvey übertrifft sich selbst auf „Let England Shake“</strong></p>
<p><em>Thomas Claer</em></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-2203" title="scheiben-tc-pj-harvey-let-england-cover" src="http://www.justament.de/wp-content/uploads/2012/01/scheiben-tc-pj-harvey-let-england-cover-150x150.jpg" alt="scheiben-tc-pj-harvey-let-england-cover" width="150" height="150" />Wenn Popsänger ein „politisches Album“ aufnehmen, dann ist höchste Vorsicht geboten. Man darf getrost davon ausgehen, dass ihnen künstlerisch nichts mehr einfällt und sie den Fans stattdessen nur ihre tadellose Gesinnung verkaufen wollen. Nein, der Hinweis auf diese so vielfach erlebte Gesetzmäßigkeit der Branche soll keine Entschuldigung sein, aber kann doch immerhin erklären, weshalb „Let England Shake“ von PJ Harvey so lange der Besprechung bei uns harren musste. Und schließlich hatten wir PJ ja auch schon zweimal in dieser Rubrik, und außerdem ist ihr inzwischen mit Anna Calvi gewissermaßen eine kleine Schwester herangewachsen, deren Debüt-CD ihrerseits noch zu besprechen wäre. Allein, „Let England Shake“ beweist, wie gründlich man sich doch täuschen kann! Reumütig muss der Rezensent bekennen, nicht nur dieses Album, sondern auch die Musikerin PJ Harvey bislang völlig unterschätzt zu haben. Wer sie bisher für eine ziemlich gute Sängerin und Komponistin mit vielen exzellenten Produktionen gehalten hat, sieht sich jetzt eher mit einer, ja, Pop-Göttin konfrontiert. Nein, darunter machen wir es auf keinen Fall, denn nach jedem erneuten Hören wächst die Gewissheit, seit Jahren nichts Vergleichbares im CD-Player gehabt zu haben. Da erscheint es dann auch ganz passend, dass das Werk in einer Kirche aus dem neunzehnten Jahrhundert in Dorset im Südwesten Englands aufgenommen wurde. Religiöse Konnotationen sind hier ohne weiteres angebracht. Doch auch wenn man versucht, dieses erlesene Meisterwerk ganz nüchtern zu betrachten, kommt man nicht umhin festzustellen, dass PJ Harvey auf ihren letzten Platten immer, immer besser geworden ist und sich nun, mit 42 Jahren, das ist der einzige Wehrmutstropfen, wohl nicht mehr weiter steigern kann. Eine solche Stimmigkeit, Eindringlichkeit und Leidenschaft zugleich, ein solch vollendetes Songwriting… Da tritt die inhaltliche Dimension der Lieder eher in den Hintergrund, doch kann auch sie überzeugen, denn es hat sich ja inzwischen längst bewahrheitet: Wer wollte England nach seinem alleinigen Ausscheren beim Euro-Rettungsgipfel nicht mal so richtig durchschütteln? Um es ganz schlicht mit der Moderatorin einer inzwischen abgesetzten Fernseh-Literatursendung zu sagen: Hören! Das Urteil lautet: sehr gut (16 Punkte).</p>
<p>PJ Harvey<br />
Let England Shake<br />
Island (Universal) 2011<br />
Ca. € 17,-<br />
ASIN: B004IXJEWK</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Ein Handbuch für Praktiker</title>
		<link>http://www.justament.de/archives/2198</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 12:13:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[BESPRECHUNGEN]]></category>

		<category><![CDATA[LITERATUR]]></category>

		<category><![CDATA[3. Auflage]]></category>

		<category><![CDATA[Praktiker]]></category>

		<category><![CDATA[Praktikerhandbuch]]></category>

		<category><![CDATA[Ralf Walkenhorst]]></category>

		<category><![CDATA[Umsatzsteuer]]></category>

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		<description><![CDATA[Das „Praktikerhandbuch Umsatzsteuer“ von Ralf Walkenhorst in 3. Auflage
Oliver Niekiel
Kaum ein Rechtsgebiet ist so stark europäischen Vorgaben unterworfen und nur wenige Gesetze erfahren in so regelmäßigen Abständen so grundlegende Änderungen wie das Umsatzsteuergesetz. Dementsprechend ist es für den Rechtsanwender wichtig, Grundlagen und Systematik verstehen, Änderungen einordnen und die aktuelle Rechtslage – immer mit Blick auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das „Praktikerhandbuch Umsatzsteuer“ von Ralf Walkenhorst in 3. Auflage</strong></p>
<p><em>Oliver Niekiel</em></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-2199" title="lit-niekiel-walkenhorst-praktikerhandbuch-ust" src="http://www.justament.de/wp-content/uploads/2012/01/lit-niekiel-walkenhorst-praktikerhandbuch-ust-150x150.jpg" alt="lit-niekiel-walkenhorst-praktikerhandbuch-ust" width="150" height="150" />Kaum ein Rechtsgebiet ist so stark europäischen Vorgaben unterworfen und nur wenige Gesetze erfahren in so regelmäßigen Abständen so grundlegende Änderungen wie das Umsatzsteuergesetz. Dementsprechend ist es für den Rechtsanwender wichtig, Grundlagen und Systematik verstehen, Änderungen einordnen und die aktuelle Rechtslage – immer mit Blick auf die Vorgaben aus Europa – anwenden zu können. Das „Praktikerhandbuch Umsatzsteuer“ von Ralf Walkenhorst, Diplom-Finanzwirt und Umsatzsteuersachbearbeiter bei der Oberfinanzdirektion Münster, schafft hierfür die Voraussetzungen. Auf über 600 Seiten wird das Recht der Umsatzsteuer dargestellt, wobei das gängige Prüfungsschema Steuerbarkeit, Steuerpflicht, Bemessungsgrundlage, Steuersatz und Steuerentstehung eingehalten wird. Daneben finden sich Ausführungen zur Rechnungsstellung, zum Vorsteuerabzug sowie zum Besteuerungsverfahren. Besonders relevante Konstellationen wie das Reihen- und das Dreiecksgeschäft werden ausführlich behandelt. Die Darstellung ist erfreulich übersichtlich, die Sprache durchweg verständlich und die Anzahl der eingestreuten Beispiele sowie die Hinweise auf weiterführende Literatur und Gerichtsentscheidungen insgesamt ausreichend. Hilfreich ist das umfangreiche Stichwortverzeichnis. Das in nunmehr dritter Auflage erschienene Werk ist auf aktuellem Stand und beinhaltet den Freischaltcode für eine Online-Version. Es kann jedem empfohlen werden, der einen fundierten Einstieg in das Umsatzsteuerrecht sucht oder seine Kenntnisse auffrischen oder vertiefen möchte. Negativ anzumerken ist lediglich der Preis von gut 80 Euro, der zumindest den interessierten Studenten oder Referendar unter Umständen abschrecken wird.</p>
<p>Ralf Walkenhorst<br />
Praktikerhandbuch Umsatzsteuer<br />
NWB-Verlag<br />
3. Auflage 2011<br />
643 Seiten<br />
ISBN-10: 3482584338<br />
79,80 Euro</p>
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		<title>Der Meister der Gürteltiere</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 12:02:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[DRUM HERUM]]></category>

		<category><![CDATA[SONSTIGES]]></category>

		<category><![CDATA[Auf Bewährung]]></category>

		<category><![CDATA[Mein Jahr als Staatsanwalt]]></category>

		<category><![CDATA[Richter]]></category>

		<category><![CDATA[Robert Pragst]]></category>

		<category><![CDATA[Schriftsteller]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Treffen mit dem Richter und Schriftsteller Robert Pragst
Katharina Stosno
Wir treffen uns vor der Zionskirche in Berlin-Mitte im Kiez des Richters und Schriftstellers Robert Pragst. Unser Gespräch führen wir in der „Kapelle“ – einem kleinen Café schräg gegenüber der Kirche. Nachdem ich „Auf Bewährung“ gelesen habe, sitze ich nun dem „Meister der Gürteltiere“ gegenüber. Als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein Treffen mit dem Richter und Schriftsteller Robert Pragst</strong></p>
<p><em>Katharina Stosno</em></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-2195" title="drum-herum-katharina-stosno-pragst-portrat-klein" src="http://www.justament.de/wp-content/uploads/2012/01/drum-herum-katharina-stosno-pragst-portrat-klein-150x90.jpg" alt="drum-herum-katharina-stosno-pragst-portrat-klein" width="150" height="90" />Wir treffen uns vor der Zionskirche in Berlin-Mitte im Kiez des Richters und Schriftstellers Robert Pragst. Unser Gespräch führen wir in der „Kapelle“ – einem kleinen Café schräg gegenüber der Kirche. Nachdem ich „Auf Bewährung“ gelesen habe, sitze ich nun dem „Meister der Gürteltiere“ gegenüber. Als „Gürteltier“ bezeichnet man einen Aktenstapel, der durch einen Riemen zusammengehalten wird. Robert Pragst ist zwar Richter, doch in diesem Fall bin ich diejenige, welche ihn ins Kreuzverhör nimmt. Ob das wohl gut geht? Bei einem schriftstellernden Juristen bilden sich die Vorurteile ja mindestens genauso schnell, wie die Aktenberge bei der Staatsanwaltschaft.</p>
<p>Nach Bankausbildung, Sportstudium und der Arbeit als Croupier und Immobilienmakler hat Robert Pragst dann doch zur Rechtswissenschaft gefunden. Bereits während seiner Bankausbildung kommt er mit Wertpapier- und Grundstücksrecht in Berührung. Irgendwann trifft er einen alten Kollegen in einer Bibliothek. Der Kollege studiert Jura. Im Gespräch erfährt Pragst, dass einem Juristen schon bei 9 von 18 Punkten die Welt offen steht. „Das schaffe ich doch!“, denkt er sich und beginnt im Alter von 25 Jahren mit dem Jurastudium, schließt als Zweitbester seines Jahrgangs ab und wird nach dem Referendariat und einem kurzem Gastspiel in einer großen Wirtschaftskanzlei Richter am Amtsgericht Lichtenberg. Dabei hatte er ursprünglich vor, als Jurist in die Wirtschaft zu gehen. „Richter waren für mich immer ältere Menschen mit grauem Haar“, sagt er. „Dass man auch als junger Jurist diesen Beruf ergreifen kann, war mir nicht von Anfang an klar.“</p>
<p>Bei der Entscheidung, Richter zu werden, sei das Geld nicht der maßgebliche Faktor gewesen. Am wichtigsten sei eine gewisse Grundzufriedenheit und die habe er mit seiner jetzigen Tätigkeit als Zivilrichter gefunden. Bei Säumnisurteilen kann man sich über einen kurzen Arbeitstag freuen; andererseits gibt es Urteile, mit denen man sich über Wochen hinweg beschäftigen muss. Die Vielfalt, Breite und Tiefe der zivilrechtlichen Materie sowie das selbstbestimmte Arbeiten machen für ihn den Reiz seines Arbeitsalltags aus. Entspannung von der Arbeit findet er an den Wochenenden, die regelmäßig frei sind und die er mit seiner Frau und seinem Sohn verbringt. „Vor Ihnen sitzt ein glücklicher Jurist!“</p>
<p>Ein junger Mann kommt in die „Kapelle“. „Ach, Herr Pragst!“, grüßt er freundlich. Dann entdeckt er dessen Buch auf unserem Tisch liegen. „Habe ich natürlich schon gelesen!“ Der junge Mann wirkt fröhlich und gelassen; nicht selbstverständlich, wenn man im kommenden Juli zweites Staatsexamen schreibt. Vielleicht ist er so, weil er eine gute Vorbereitung durch seinen Mentor hatte: „Das ist einer meiner Ehemaligen“, klärt Pragst mich auf. Neben seinem Richteramt ist er nämlich noch AG-Leiter für Referendare. Es mache ihm Spaß, mit jungen, motivierten Leuten zu arbeiten und halte ihn außerdem fit in der Materie. Das Referendariat habe ihm in der eigenen Ausbildung am besten gefallen. „Es war eine interessante und gute Zeit. In den kleinen Arbeitsgemeinschaften fühlt man sich nicht so anonym wie im großen Hörsaal und man erhält Einblicke in die verschiedenen Berufsmöglichkeiten“. Er rate jedem jungen Juristen, nach dem ersten Examen durchzuhalten. Für die Zeit des Studiums empfiehlt Pragst, sich den abstrakten Stoff möglichst anhand von Fallübungen zu erschließen. Zudem sei eine private Arbeitsgemeinschaft äußerst hilfreich. Wer gleich zu Beginn des Studiums regelmäßig lernt, der könne auch entspannt in die Examensphase treten.</p>
<p>Dass Robert Pragst trotz hohem Arbeitspensum selbst so entspannt wirkt, hat vielleicht auch mit seinem Buch zu tun. „Schreiben ist ja eine Form der Selbstreflexion und Verarbeitung. Im Strafprozess nimmt man viel mehr mit nach Hause als im Zivilprozess. Bei der Staatsanwaltschaft gibt es einige, die ihren Job nach Feierabend nicht einfach wie einen Mantel an die Garderobe hängen können. Als Staatsanwalt muss man einiges abkönnen.“  Ein Kollege, der anfänglich nichts von Strafrecht wissen wollte, fand im Laufe der Ausbildung Gefallen an seiner Arbeit und beschäftigt sich heute mit den Fällen der organisierten Kriminalität. „Man arbeitet eng mit der Polizei zusammen, das kann schon spannend und faszinierend sein“, meint Pragst. Er verstehe, dass von der Materie auch ein gewisser Reiz ausgehe. Diesen Reiz hat Pragst für sich jedoch in seiner jetzigen Tätigkeit, aber auch als Schriftsteller gefunden. „Schreiben kann schon süchtig machen…“.</p>
<p>Das Gespräch neigt sich dem Ende zu. Wir verabschieden uns; er sich von mir und ich mich von meinen Vorurteilen gegenüber schriftstellenden Richtern. Bald ist Silvester und ein neues Jahr beginnt. Wir dürfen gespannt sein, was es bringen wird. Vielleicht ja auch ein neues Buch vom „Meister der Gürteltiere“.</p>
<p><strong>Robert Pragst ist Autor des Buches „Auf Bewährung – Mein Jahr als Staatsanwalt“, dtv, 2011.</strong></p>
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		<title>Wenn sich Mami nicht mehr geliebt fühlt</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 12:40:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[BESPRECHUNGEN]]></category>

		<category><![CDATA[LITERATUR]]></category>

		<category><![CDATA[Familienrecht]]></category>

		<category><![CDATA[Melanie Mühl]]></category>

		<category><![CDATA[Mutti nicht mehr geliebt]]></category>

		<category><![CDATA[Patchwork-Lüge]]></category>

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		<description><![CDATA[Melanie Mühls Buch &#8220;Die Patchwork Lüge&#8221; ist ein Muss für alle Familienrechtler
Benedikt Vallendar
Das Buch nennt sich „Streitschrift“. Doch in Wirklichkeit ist es eine Anklage. Eine Anklage gegen all jene, die im Zerbrechen von Familien und deren Neuformierung unter dem Label „Patchwork“ etwas entzückend Hedonistisches zu entdecken glauben.
In ungewohnt deutlicher Sprache blickt die Autorin und FAZ-Redakteurin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Melanie Mühls Buch &#8220;Die Patchwork Lüge&#8221; ist ein Muss für alle Familienrechtler</strong></p>
<p><em>Benedikt Vallendar</em></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-2185" title="lit-vallendar-patchwork-luge" src="http://www.justament.de/wp-content/uploads/2012/01/lit-vallendar-patchwork-luge-150x150.jpg" alt="lit-vallendar-patchwork-luge" width="150" height="150" />Das Buch nennt sich „Streitschrift“. Doch in Wirklichkeit ist es eine Anklage. Eine Anklage gegen all jene, die im Zerbrechen von Familien und deren Neuformierung unter dem Label „Patchwork“ etwas entzückend Hedonistisches zu entdecken glauben.</p>
<p>In ungewohnt deutlicher Sprache blickt die Autorin und FAZ-Redakteurin Melanie Mühl hinter die Kulissen einer von Unverbindlichkeit und Schnelllebigkeit geprägten deutschen Gesellschaft, in der sich jeder, ohne Rücksicht auf Verluste, nach seiner Facon zu verwirklichen trachtet. Dabei tun sich nicht selten Abgründe auf. Das bunte Flickwerk, englisch „Patchwork“ genannt, entpuppt sich immer häufiger als shakespearsches Drama in einer Mischung aus Vergangenheitsbewältigung, Neuorientierung und lebenslangem Wunden lecken. Und nicht selten sind es Kinder, die die Folgen des Selbstverwirklichungswahns ihrer Eltern auszubaden haben, etwa wenn Mami sich von Papi nicht mehr geliebt fühlt, sie sich dann einen neuen, ja Papi, sucht, auch wenn die Kinder schon einen haben und den auch gerne behalten würden. Fast jede dritte Ehe wird in der Bundesrepublik heute geschieden, in Berlin sind es mehr als fünfzig von hundert. Doch wer fragt schon nach den Interessen von Kindern? Alle Welt redet von „Kinderschutz“ und „Kinderrechten“. In Wirklichkeit verbirgt sich dahinter kaum mehr als Rhetorik, die die Autorin als eine der großen Lebenslügen des 21. Jahrhunderts entlarvt. Dass der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder Familien einst als „Gedöns“ bezeichnet  hat, ist noch in aller Ohren.</p>
<p>Mit zahlreichen Beispielen weist Melanie Mühl, 1976 geborene Germanistin und selbst ein Scheidungskind, nach, wie sehr sich Staat und Gesellschaft in den vergangenen zwei Jahrzehnten vom grundgesetzlich verankerten Schutz von Ehe und Familie verabschiedet haben und kinderlose Ehepaare heute zu den Gewinnern zählen. Mühl nennt das immer wieder zitierte Ehegattensplitting, das sie für ungerecht hält, weil es kinderlose Mann-Frau-Verbindungen fördert, sowie das seit 2008 geltende, neue Unterhaltsrecht, das sie als einen weiteren Sargnagel am Konstrukt der Familie betrachtet.</p>
<p>Wer das Buch gelesen hat, wird ins Grübeln geraten und sich vielleicht an Parallelen in seiner eigenen Familie oder im Bekanntenkreis erinnert fühlen.</p>
<p>Melanie Mühl<br />
Die Patchworklüge<br />
Carl Hanser-Verlag München, 2011<br />
171 Seiten<br />
ISBN 9783446237971</p>
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		<title>Panther, Tiger und Co.</title>
		<link>http://www.justament.de/archives/2180</link>
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		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 12:29:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[DRUM HERUM]]></category>

		<category><![CDATA[RECHT HISTORISCH]]></category>

		<category><![CDATA[Jurist]]></category>

		<category><![CDATA[Kurt Tucholsky]]></category>

		<category><![CDATA[Pseudonyme]]></category>

		<category><![CDATA[Soldaten sind Mörder]]></category>

		<category><![CDATA[Tucho]]></category>

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		<description><![CDATA[Werdegang und publizistisches Wirken des Juristen Kurt Tucholsky
Jochen Barte
Kurt Tucholsky ist – immerhin – ein Autor, den man auch heute nicht erst durch langatmige Einführungssätze vorstellen muss. „Tucho“, wie er von ihm nahestehenden Personen gerne genannt wurde, ist im kollektiven Gedächtnis der Nation immer noch sehr präsent. Allerdings ist er – wie es sich für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Werdegang und publizistisches Wirken des Juristen Kurt Tucholsky</strong></p>
<p><em>Jochen Barte</em></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-2181" title="recht-historisch-tucholsky2" src="http://www.justament.de/wp-content/uploads/2012/01/recht-historisch-tucholsky2-150x108.jpg" alt="recht-historisch-tucholsky2" width="150" height="108" />Kurt Tucholsky ist – immerhin – ein Autor, den man auch heute nicht erst durch langatmige Einführungssätze vorstellen muss. „Tucho“, wie er von ihm nahestehenden Personen gerne genannt wurde, ist im kollektiven Gedächtnis der Nation immer noch sehr präsent. Allerdings ist er – wie es sich für einen anständigen Satiriker gehört – dabei auch umstritten geblieben. Unvergessen und immer wieder mal neu aufgelegt ist die Debatte um seine Formulierung „Soldaten sind Mörder“. Der Ausspruch stammt aus einer Glosse, die Tucholsky im Jahr 1931 geschrieben hatte. Bereits damals wurde ein Prozess wegen Beleidigung der Reichswehr angestrengt, der aber folgenlos blieb, da die Gerichte einen nicht näher konkretisierbaren Personenkreis annahmen. Während der achtziger Jahre erlebte der Satz dann seinen zweiten Frühling und gerann zum populären Slogan. Unter  Kriegsdienstverweigerern war es eine beliebte Mode geworden, Tucholskys Texte gegen penetrante weltanschauliche Fragen der zuständigen Kreiswehrersatzämter in Stellung zu bringen. Die juristische Frage, ob hierbei wie auch bei ähnlich gelagerten sprachlichen Abwandlungen von einer strafbaren Kollektivbeleidigung gemäß § 185 StGB auszugehen ist, ist mittlerweile ausgestanden. Die Rechtsprechung hatte dies zunächst uneinheitlich beantwortet, insbesondere den Rechtfertigungsgrund des § 193 StGB, die Wahrnehmung berechtigter Interessen, in der Tendenz restriktiv angewandt. Aber Mitte der neunziger Jahre ergingen zwei Grundsatzurteile des BVerfG in denen die bekannte verfassungsrechtliche Schaukel, die Wechselwirkungslehre, zugunsten der Anhänger Tucholskys ausschlug: Das BVerfG argumentierte, dass § 193 StGB eine besondere Ausprägung des Grundrechts auf Meinungsfreiheit gemäß Art. 5 Abs. 1 GG darstelle, und im Grundsatz dem Meinungsschutz in einer freiheitlichen Demokratie Vorrang vor dem Ehrschutz einzuräumen sei. Soweit so gut . Doch „Tucho“, wenngleich schon lange tot, machte sich damit natürlich wieder neue Feinde. Wie gewohnt besonders im konservativen Lager. Zeitweise wurde sogar die Verabschiedung eines speziellen Gesetzes zum Ehrenschutz von Soldaten diskutiert. Kein Wunder auch, dass der Verfasser dieser Zeilen zusammen mit Gleichgesinnten den Satiriker und brillanten Essayisten seinerzeit im Deutschleistungskurs erst nachdrücklich einfordern musste. Tucholsky und das alte bildungsbürgerlich geprägte dreigliedrige Schulsystem, das ging kaum zusammen. Wer den Scheffelpreis für das beste Deutschabitur gewinnen wollte, der war mit Tucholskys frechen und anspielungsreichen Texten als Blaupause schlecht beraten. Biedermeier trifft Eros? Eher nicht. Wie wohl Tucholsky selbst zu Lebzeiten auch nie ein Literaturpreis verliehen wurde. Viel zu viele Feinde eben!<br />
Wie kam es aber überhaupt zur publizistischen Laufbahn des Kurt Tucholsky und was bedingte die immer noch andauernde polarisierende Wirkung? Nun, Tucholsky wird 1890 in Berlin Moabit geboren. Der Vater hat es als Kaufmann zu Wohlstand gebracht. Die Familie lebt im gehobenen Bürgertum. Es bestehen jüdische Wurzeln, allerdings konvertiert Tucholsky später zum Protestantismus. Seine Kindheit ist behütet, er wächst zusammen mit zwei weiteren Geschwistern auf, dem Bruder Fritz und der Schwester Ellen. Aber leicht hat er es trotzdem nicht: Als Tucholsky 15 Jahre alt ist, stirbt der Vater. Das Verhältnis zur Mutter war nie von besonderer Zuneigung geprägt gewesen und sollte sich auch nicht mehr verbessern. Für die Kinder ist sie kaum mehr als ein „herrschsüchtiger Dämon“, was sich besonders auf Tucholskys spätere  Beziehungen zu Frauen auswirken sollte. Diese werden zahlreich und unstet sein; immer von großer Ambivalenz und innerer Zerrissenheit geprägt.<br />
Mit der Schule tut sich der junge Kurt schwer. Aus ihm wird schnell ein kritischer Schüler, den die Autorität der Lehrer zu Spott und Parodie reizt. Er lernt nicht übermäßig, aber er liebt Bücher und hat ein enormes Lesepensum. Fast zwangsläufig, dass es im Deutschunterricht zu Problemen kommt: Tucholsky hält sich nicht an thematische Vorgaben, er bekommt schlechte Zensuren, bleibt schließlich sitzen und verlässt das Gymnasium, um sich privat auf das Abitur vorzubereiten. Das gelingt auch. 1909, zwei Wochen nach Erhalt des Abiturzeugnisses, immatrikuliert er sich an der juristischen Fakultät der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin. Aber auch hier ist er unstet, kann sich aufgrund ererbten Geldes einen mehrfachen Wechsel des Studienortes leisten. Und Tucholsky ist auch an anderen Fächern interessiert, er besucht Vorlesungen zu historischen, literarischen, medizinischen und ökonomischen Themen. Kritisch stellt er fest, dass Juristen nicht für die praktische Arbeit ausgebildet würden, stattdessen würden „aus staubigen Wälzern“ Theorien der alten Römer und Germanen breitgetreten. Das Studium nimmt er locker, wendet sich schon bald dem Schreiben zu. Für den linken Vorwärts schreibt er ab 1911 erste Artikel. Im November 1912 erscheint die Liebesgeschichte Rheinsberg. Sie wird sein erster großer Erfolg. Dennoch bleibt Tucholsky mit der Juristerei verbandelt. Hat er doch im August die Universität mit dem Ziel verlassen, sich auf das erste Staatsexamen vorzubereiten. Daraus wird aber nichts. Zur Prüfung tritt Tucholsky gar nicht erst an – anderweitige literarische und verlegerische Tätigkeiten gehen vor. Das lässt er jedenfalls verlauten. Andererseits: Tucholsky nimmt an der Universität Jena eine juristische Dissertation mit dem Thema die Vormerkung aus § 1179 BGB und ihre Wirkungen in Angriff und wird 1914 – im zweiten Anlauf – zum Dr. jur. promoviert.<br />
Aber das bleibt folgenlos, denn als klassischer Jurist wird Tucholsky nie arbeiten. Bereits 1913 hat er den Herausgeber der Zeitschrift Die Schaubühne (später umbenannt in Die Weltbühne), Siegfried Jacobsohn, kennengelernt – eine schicksalhafte Begegnung. Jacobsohn erkennt das Talent des jungen Mannes und Tucholsky steigt rasch zum versiertesten und produktivsten Mitarbeiter des Blattes auf. Und damit niemand merkt, dass er einzelne Ausgaben fast im Alleingang bestreitet, legt er sich Pseudonyme zu: Ignaz Wrobel, Kaspar Hauser, Peter Panther und Theobald Tiger. Die letzteren hat er den Fällen seines Repetitors aus der Staatsexamenszeit entnommen. Alle Figuren zusammen ergeben in etwa den ganzen „Tucho“ oder gelegentlich auch etwas mehr, denn Tucholsky ist nicht der Mann, der sich privat oder publizistisch auf einen kohärenten Nenner bringen ließe. Immer sind da Widersprüche: Dynamik und Beharrungsvermögen, Leichtigkeit und Melancholie, Agitation und Resignation, Ausschweifung und bürgerliche Form, Zuneigung und Hass – alles ist bei Tucholsky zu finden. Die kleine Form beherrscht er meisterhaft, zur großen fehlt ihm eingestandenermaßen der lange Atem. Das ist aber nicht weiter nötig, denn er wird auch so der bedeutendste deutsche Publizist der zwanziger Jahre. Einer, der in keine Schablone passt, der die junge Republik bis aufs Messer gegen ihre Feinde verteidigt und versucht, mit seinen humanistischen und pazifistischen Grundüberzeugungen der Reaktion und dem Militarismus das Handwerk zu legen. Er warnt frühzeitig vor den Nazis und datiert auf das Jahr genau den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Besonders der Justiz seiner Zeit hält der Dr. jur. Kurt Tucholsky den Spiegel vor. Als da wären: Arroganz, Indifferenz, Standesdünkel, Klassendenken, Kryptofaschismus und Lethargie. Seine Gerichtsreportagen – beispielsweise über den Harden-Prozess- sind auch heute noch erhellend und lesenswert, denn Tucholsky ist ein scharfer psychologischer Beobachter und Analytiker der deutschen Mentalität. Immer wieder geißelt er bei seinen Landsleuten Rachsucht, provinziellen Biedersinn und Untertanendenken – und prägt dabei unzählige Bonmots wie das folgende: „Wenn der Deutsche hinfällt, steht er nicht auf, sondern sieht sich um, wer ihm schadensersatzpflichtig ist.“<br />
Doch letztlich sind Scharfblick und Virtuosität vergebens. „Der kleine, dicke Mann mit der Schreibmaschine“ kann die Katastrophe nicht aufhalten. Die Nazis liquidieren 1933 die demokratischen Reste der Weimarer Republik und machen sich daran, den Weltkrieg vorzubereiten. Es ist die Tragik des politischen Publizisten, der den Verfall aus dem schwedischen Exil mitansehen muss und dem es im Angesicht des Horrors schon seit geraumer Zeit die Sprache verschlagen hat. Ohne Publikationsmöglichkeiten, finanziell ausgelaugt und ohne Plan für eine menschenwürdige Zukunft stirbt Kurt Tucholsky tief resigniert 1935 in Hindas, Schweden. Man sagt es sei Selbstmord gewesen, aber so genau lässt sich das nicht mehr rekonstruieren.</p>
<p><strong>Quellen:</strong><br />
Hepp, Michael: Kurt Tucholsky. Biografische Annäherungen. Berlin: Rowohlt 1999.<br />
Zwerenz, Gerd: Kurt Tucholsky. Biografie eines guten Deutschen. München: Bertelsmann 1979.<br />
Kurt Tucholsky: Gesammelte Werke. Berlin Rowohlt 1975.</p>
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