Die US-Cops

 

Ein Bericht über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Polizeiarbeit in Deutschland und den USA

 

 Frank Metzner

 

Eine Police-Matron des NYPD aus dem Jahre 1899

Eine Police-Matron des NYPD aus dem Jahre 1899

Der Polizist – aus Gründen der Vereinfachung wird im gesamten Text die maskuline Form gewählt – in den USA: Durchtrainiert und sonnengebräunt, immer freundlich, aber knallhart gegenüber dem Rechtsbrecher und mit einem großen Revolver an der Hüfte… So stellen sich wohl die meisten den typischen US-Cop (amerikanische Bezeichnung für Polizist, Abkürzung für Constable on Patrol oder Citizen on Patrol) vor.

 

Gerade durch TV und Krimiserien, aber auch durch Reality Shows (TV-Shows die auf wahren Gegebenheiten basieren), hat es in den letzten Jahren ein verzerrtes Bild der amerikanischen Polizei gegeben. Fiktion und Realität wurden verwechselt, selbst seriöse Fachleute übernahmen Unwahrheiten, Zeitschriften gaben diese „Erkenntnisse“ weiter.

 

Denn Unterschiede gibt es auch in den verschiedenen Polizeibehörden in den USA, der typische US-Polizist existiert nicht. Während es bei uns nur Nuancen sind, in denen sich die Polizeiarbeit in den einzelnen Bundesländern unterscheidet, ist das in den USA nicht der Fall. Von Stadt zu Stadt, von der Westküste (hier am bekanntesten: LAPD, Los Angeles Police Department) zu der Ostküste (hier am bekanntesten: NYPD, New York Police Department) gibt es in Jahrzehnten gewachsene Auffassungen, die teilweise konträrer nicht sein können. So hat z. B. der Patrolman (alte Bezeichnung für Polizist, in Deutschland: Schutzmann) in der einen Stadt die freie Wahl der Dienstwaffe, in einer anderen erhält er eine getunte Kalaschnikow AK 47 (eine Kriegswaffe!), in einer weiteren sind alle Waffen für Polizisten verboten.

 

 

Nachfolgend werden einige herausragende Punkte beleuchtet sowie einige Unterschiede und Gemeinsamkeiten zur deutschen Polizei dargestellt:

 

Der Polizist in den USA wird von der Stadtverwaltung eingestellt und ist damit auch nur für diese Territorialgrenzen (z. B. New York, Las Vegas) zuständig.  Es gibt nur wenige Ausnahmen, bei denen Bundesagenten für einen größeren Aufgabenbereich (z. B. die amerikanische Bundespolizei FBI) verantwortlich sind und übergreifende Kompetenzen haben.

 

In Deutschland ist Polizei Ländersache, das BKA (Bundeskriminalamt) hat keine weit reichende Regelbefugnis wie oftmals dargestellt.

 In allen Großstädten der USA sind die Polizisten für die Sicherheitsaufgaben, in den Countys (ländlichen Gebieten) sind die Sheriffs zuständig. Diese werden meist per demokratischen Mehrheitsentschluss gewählt und sind somit dem Bürger noch „direkter verpflichtet“, was auch ihrem sehr selbstbewussten Auftreten anzumerken ist.

In einigen deutschen Kommunen gibt es seit wenigen Jahren wieder eine Ordnungs- oder gar Stadtpolizei, früher als Hilfspolizei oder Feldschutz bekannt. Diese sind teilweise sogar bewaffnet und haben eine hoheitliche Aufgabenstellung, können aber bei den gesetzlichen Befugnissen und statistischen Erfolgen nicht mit der echten (Landes-) Polizei mithalten.

In Maricopa County steht seit 1992 Sheriff Joe Arpaio, America’s Toughest Sheriff (Amerikas härtester Sheriff) der Exekutivbehörde vor. Mit drakonischen Maßnahmen, wie der Wiedereinführung der Chain Gang (Kettenbande, Gefangene werden aneinandergekettet und müssen Ordnungsdienste in der Öffentlichkeit verrichten), pinkfarbene Handschellen und Verpflegung für straffällige und arbeitsfaule Verbrecher für unter 15 Cent hat er landesweit auf sich aufmerksam gemacht, den Großteil der Einwohner hinter sich und das Verbrechen in dieser Region sicher im Griff (mehr unter: www.mcso.org).

 Große Polizei-Gewerkschaften sind in den USA fast unbekannt. In den USA gibt es fast ausschließlich abstammungsspezifische Organisationen (z. B. der Hispanics, der Afro-Amerikaner, etc.) und/oder Berufsvertretungen die sich auf einen Dienstrang (also Officer, Detectiv, Captain, etc.) konzentrieren und nur diesen vertreten.

Hier bei uns gibt es drei große Gewerkschaften, die GdP (Gewerkschaft der Polizei), die DPolG (Deutsche Polizeigewerkschaft) und den BDK (Bund Deutscher Kriminalbeamter) in der die meisten Polizisten organisiert sind.

Der Begriff Staatshaftung existiert, im Gegensatz zu Deutschland, in den USA nicht. Das jeweilige Department und einzelne Polizisten können bei einem Fehlverhalten direkt angeklagt werden, was auch immer wieder spektakuläre Fälle hervorbringt. In den letzten Jahren sind einzelne Departments wegen Nichtigkeiten zu Millionenzahlungen verurteilt worden.

Die Ausbildung für Polizisten in den USA ist meist sehr kurz. Sie reicht von keiner (bei vielen Sheriffdepartments auf dem Lande), über wenige Wochen in den Großstädten, bis hin zu 17 Wochen beim FBI. Ergänzend muss allerdings angemerkt werden, dass die Anwärter einen anderen Bezug zu Waffen/Sport haben, meist beim Militär waren und das Learning by Doing (Lernen durch Nachahmen eines erfahrenen Kollegen, durch die Praxis) weit verbreitet ist.

In den meisten deutschen Länderpolizeien beginnen die neuen Polizisten direkt im gehobenen Dienst, neuerdings können sie sich sogar für eine Laufbahn bei S (Schutzpolizei) oder bei K (Kriminalpolizei) entscheiden. Sie absolvieren einen Bachelor-Studiengang mit sechs Semestern (drei Jahre) und integrierten Praxisanteilen. Deutsche Polizisten sind mit dieser akademischen Ausbildung wohl weltweit privilegiert.

Eine Beförderung in einen höheren Rang ist faktisch immer mit einer höheren Position verbunden. Regelbeförderungen (z. B. zum POK) wie hierzulande ohne Funktionsstelle, sind dort unbekannt und erzeugen ein großes Erstaunen. Ebenso wenn deutsche Kollegen erzählen, dass nun die meisten neuen Anwärter gleich als „Polizei-Offiziere“ ihren Dienst beginnen.

Die LEO (in den USA umgangsprachig für Law Enforcement Officer, in deutsch: Gesetzesvertreter) haben für ihre komplette Ausrüstung persönlich zu sorgen. Je nach Stadt bekommen sie einen Zuschuss, ansonsten müssen sie für die Anschaffung, Wartung und Pflege selber aufkommen. Dies trifft auch auf die Bewaffnung zu. In einigen Städten ist zwar das Kaliber vorgeschrieben, die Waffe jedoch dem Belieben (und Geldbeutel) des einzelnen Kollegen überlassen. Auf dem Land, dem Bereich des Sheriffs, gibt es oft nicht einmal eine Kalibervorgabe.

Dies steht konträr zu den hiesigen Gepflogenheiten, bei dem alle Ausrüstungsteile vorgeschrieben sind, in Intervallen überprüft werden und es meist sogar untersagt ist, privat beschaffte Gegenstände dienstlich zu verwenden.

Der MES (Mehrzweckeinsatzstock, Tonfa) ist nach einer mehrjährigen Phase in den USA wieder „out“. Selbst New York (NYPD) hat wieder auf den alten Police-Batton (einfacher 50 cm Schlagstock) umgestellt, das Training mit dem MES ist den meisten Verantwortlichen doch zu zeitintensiv. In den letzten Jahren setzt sich als Einsatzmittel zwischen dem Pfefferspray und der Schusswaffe immer mehr der Teleskopstock (TKS) durch, gerade auch wegen der einfachen Trageweise.

In Deutschland sind ähnliche Tendenzen zu beobachten.

Neuigkeiten im Bereich der Technik und Taktik sind die Leiter der US-Departments sehr aufgeschlossen. Ein Sheriff aus den Südstaaten prägte folgende Lehrmeinung: „Die Verbrecher verschaffen sich jeden Vorteil, um die Bevölkerung und meine Jungs (Anmerkung des Verfassers: gemeint sind seine Polizisten, hier als Deputys bezeichnet), zu schädigen. Und wenn die sich im Jahr dreimal neue Waffen besorgen, dann rüste ich eben viermal im Jahr um. Egal wie, Hauptsache wir stehen vorne an und können unseren Job sicher verrichten“.

In einigen US-Gefängnissen, speziell an der Ostküste, ist seit Ende der 1990er Jahre das Gewichtstraining für Knastinsassen verboten. Damit sollen zumindest die „schlimmsten Auswüchse“ verhindert und ein „Vorbereitungstraining“ nach der Haftentlassung erschwert werden. Alle Art von Gruppensport (Basketball, Jogging, etc.) ist weiterhin erlaubt und auch sehr wichtig, um wenigstens einen Teil der Aggressionen in die richtigen Bahnen zu lenken.

Vorbestraften Verbrechern ist es in Kalifornien unter Strafandrohung von bis zu drei Jahren Gefängnis gemäß dem Penal Code 12370 verboten eine Ballitistic Proof Vest (ballistische Schutzweste) zu tragen. Dieses Gesetz, auch als Westing Up (Westen ausziehen) bezeichnet, wurde Mitte der 90er Jahre erlassen, nachdem ein Polizist aus Los Angeles (LAPD) von einem mit einer Schutzweste geschützten Verbrecher ermordet wurde, weil seine eigenen Projektile gestoppt (und damit wirkungslos) waren.

Ein solches Gesetz existiert in Deutschland nicht. Straftäter tragen auch hier oftmals ballistischen Schutz, dieses aber mehr zum Schutz gegen Angriffe aus den „eigenen Reihen“.

In der Stadt LA sind unzählige Kameras und Mikrophone aufgebaut, mit denen Straftäter überwacht werden. Während die Kameras, die auch bei uns die inzwischen üblichen Bildkontrollen liefern, werden mit den unauffälligen Mikrophonen von Gesprächen bis zu Schießereien ausschließlich Töne digital aufgezeichnet, die dann mit den verschiedenen Computerprogrammen weiterverarbeitet werden.

Aber auch die Cops stehen unter großer Beobachtung. Da in den USA quasi jeder über eine Handykamera verfügt, ist es fast ein Volkssport geworden, polizeiliche Maßnahmen aufzuzeichnen. Dies wird von den Polizeikritikern als Cop Watch (Polizisten beobachten) bezeichnet. Allabendlich werden die neuesten Bilder übertragen, in jeder Woche gibt es die neuesten „Highlights“ zu bestaunen. Beim vorletzten Aufenthalt des Verfassers im Jahr 2006, wurde wochenlang von einem Cop berichtet, der einen frechen Jugendlichen in eine Mülltonne stellte. Dieser hatte sich geweigert seinen Müll von der Straße zu entsorgen, so dass der Polizist ihn packte und in eine große Mülltonne stellte. Ein Freund des Jugendlichen bannte alles auf die Festplatte. Dann folgte das übliche Spiel: Tingeln durch die Talkshows, psychologische Behandlung, Schadensersatzprozesse…

Das Versorgungsproblem im Falle von Krankheit ist gerade für deutsche Verhältnisse „gewöhnungsbedürftig“. Polizisten in Los Angeles erhalten zwölf Tage 100%, die nächsten fünf Tage 75%, weitere fünf Tage 50% Paid Sick Leave anteilig bezahlte Krankheitstage ihres Gehaltes, danach nichts mehr. Allerdings können diese 12 Tage der 100%-Zahlung bei einer „Nicht-Verwendung“ pro Jahr angesammelt werden (bis zu 100) und bei einer eventuellen längeren Krankheit genommen werden. Eine Invalidenrente, die im Falle einer Verletzung bezahlt wird, ist aber im Arbeitsvertrag enthalten.

Deutsche Polizisten erhalten im Krankheitsfalle volle Lohnfortzahlung, im Durchschnitt ist jeder Beamte pro Jahr ca. 10 Tage krank.

Polizisten in Los Angeles haben 15 Tage (bezahlten) Urlaub, die am Stück genommen werden können. Diese Anzahl steigt mit Zugehörigkeit zum LAPD (Los Angeles Police Department). Dazu gibt es noch einen bezahlten freien Tag alle vier Wochen.

Mit Sondertagen (in Bezug auf das Lebensalter und die dienstliche Verwendung/Nachtdienste) können ja nach Bundesland deutsche Polizisten fast das Doppelte erreichen.

Ein US-Polizist verdient je nach Stadt zwischen (durchschnittlich) 30.000 und 60.000 Dollar im Jahr. Traditionell werden die Polizisten aus New York schlecht, die aus LA gut bezahlt. Schlechte Bezahlung ist einer der Gründe für Korruption und fehlende Arbeitsmotivation, was auch bei den Verantwortlichen bekannt ist, jedoch aufgrund leerer Kassen nicht zu beheben ist. Daher hat nahezu jeder Polizist einen Zweit- oder gar Drittjob, der meist im Bereich des Sicherheitsgewerbes ist. Teilweise dürfen dabei sogar dienstliche Materialien (bis hin zur Verwendung des Streifenwagens zur Kaufhausbewachung) genutzt werden.

Ein Polizist (Polizeikommissar, 26 Jahre alt) aus Nordrhein Westphalen verdient im Jahr durchschnittlich 25.000 Euro und steht damit besser als sein US-Kollege. Ein Trend zu Nebenjobs ist auch anzumerken, jedoch sind die Bestimmungen (gerade in Bezug auf den zeitlichen Umfang) sehr restriktiv.

Im Jahr 2007 sind in den USA 188 Polizisten bei Einsätzen ums Leben gekommen, in 2008 waren es 132 sowie tausende von Verletzten. Der Beruf des Ordnungshüters ist in den Staaten wesentlich gefährlich als in Deutschland. Dafür sind sie dort unvergessen, z. B. gibt es in jeder Behörde einen Ort, eine Tafel, eine Statue, an denen der getöteten Kollegen gedacht wird (wie sieht es hierzulande aus…?). Oftmals hunderte Jahre zurück, ist das End of Watch (der letzte Diensttag) zurückverfolgbar. (Empfehlenswert ist auch die Homepage: www.odmp.org)

Der Beruf im Sektor Law Enforcement (Synonym für Polizeidienst) ist in den USA generell sehr gefährlich. Während des letzten Aufenthaltes des Autors in New York ereigneten sich innerhalb von wenigen Tagen drei Fälle bei denen Polizisten In the Line of duty ( im Einsatz) ums Leben gekommen sind:

Der erste ereignete sich in Manhattan, am 14. März 2007. Es begann mit einem Raubüberfall auf eine Pizzeria, bei dem ein Angestellter erschossen wurde. Zwei unbewaffnete/unausgerüstete Polizeischüler Y. Marshalik (19) und N. Pekearo (28) nahmen die Verfolgung auf, es kam zu einer Auseinandersetzung und beide wurden erschossen. Im weiteren Verlauf kam es zu erneuten Festnahmeversuchen durch ausgerüstete Polizisten und damit zu einem gleichwertigen Schusswechsel, bei dem der Verbrecher getötet wurde. 

Der zweite geschah wenige Tage zuvor. Ein Cop kontrollierte eine verdächtige Person, die ihn daraufhin brutalst niederschlug und anschließend mit dem Wagen mehrfach über seinen Kopf fuhr. Zufällig kam ein US-Marines (Marineinfanterist) mit seinem Sohn vorbei und sah die Szene. Er schickte seinen Sohn zu dem verlassenen Streifenwagen, der über Funk die Einsatzleitstelle verständigte. Der Marine lieferte sich mit dem Verbrecher, den er zu stellen versuchte, einen erbitterten Kampf. In dessen Verlauf musste der Marine sein Leben verteidigen und erschoss den Kriminellen mit der Dienstwaffe des toten Polizisten, die er ihm während des Kampfverlaufs aus dem Holster zog.

Der Staatsanwalt erkannte klar auf Notwehr, die Angehörigen des Täters sahen das nicht so und verklagen ihn nun auf eine hohe Summe an Schadenersatz. Die New Yorker Polizisten haben eine Geldsammlung unter sich durchgeführt, um die besten Rechtsanwälte der Stadt zu engagieren.

Besondere Aufmerksamkeit erregte auch die im TV übertragene Gedenkfeier für den verstorbenen Lieutenant  (in Deutschland: etwa Polizeikommissar) H. Brooks (76) aus dem ländlichen Umfeld von New York, der im Alter von 68 Jahren im Einsatz schwer verletzt wurde und dann bis zu seinem Tod auf der Intensivstation im Koma lag.

Der Zusammenhalt, eine gute Kameradschaft, ist bei allen US-Polizisten obligatorisch, ja überlebenswichtig. Von Seiten der Führung wird dies durch viele motivierende Maßnahmen wie Auszeichnungen, Polizeidenkmale, Gedenktage, Feste, Leitbilder, Polizeimuseen, Polizeifeiertage, christliche Messen und Segnungen, Aufmärsche, etc., nach Kräften gefördert.

Viele der Streifengänge und -fahrten werden (selbst in den Großstädten) traditionell alleine absolviert. Auch wenn bei uns zumeist aus Eigensicherungsgründen abgelehnt, hat es auch seine guten Seiten. so ist    50 % mehr Personal auf der Straße. Für den Fall einer gefährlicheren Kontrolle sind die Kollegen mit ihren Wagen innerhalb kürzester Zeit zur Unterstützung vor Ort.

Beim Streifendienst zu zweit wird nach dem aus TV-Filmen bekanntem Partnersystem verfahren. In den USA wird davon ausgegangen, dass nur ein eingespieltes Team, also feste Streifenpartner, gleichmäßig gute Arbeit verrichten kann. Auf jeden Fall wird so die Eigensicherung drastisch erhöht, da der persönliche Bezug wesentlich höher ist und die Stärken und Schwächen des anderen besser bekannt sind.

In Deutschland werden Streifen grundsätzlich zu Zweit ausgeführt, bei den meisten Revieren gibt es kein festes Partnersystem. Dies existiert in Deutschland nur bei speziellen Verwendungen.

Der Polizeinotruf in LA (und den anderen Großstädten der USA), die bekannte Nummer 911 (bei uns 110) wurde nach der letzten veröffentlichten Statistik im Jahr 2003 insgesamt 1.854.448 Mal kontaktiert. Das sind am Tag mehr als 5.000 Notrufe. Dazu kommen natürlich noch die vielen Non-Emergency Calls (Anrufe bei der Polizei, auf den normalen Leitungen, die keine Notfälle sind).

Alle Polizisten, Sheriffs und Bundesagenten dürfen, auch wenn sie pensioniert sind, in allen US Bundesstaaten eine Kurzwaffe verdeckt führen. Diese als HR 218 Law  bekannte Vergünstigung hat schon manches Verbrechen verhindert.

In Deutschland geben die Polizisten bei der Pensionierung ihre Dienstwaffen ab. Nur in sehr wenigen Bundesländern, wie z. B. Bayern, besteht ein grundsätzlicher Anspruch auf Erteilung einer WBK (Waffenbesitzkarte) zum privaten Erwerb einer weiteren/privaten Waffe.

Text und Foto: Dr. Frank B. Metzner

Der Autor, POK Dr. Frank B. Metzner (38), ist Ausbildungskoordinator der BFE (Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit) und des Üfa (Überfallkommando) des PP Frankfurt/M. Er hat über ein Dutzend Auslandshospitationen bei verschiedenen Polizeidienststellen (u. a. in den USA) absolviert, ca. 50 Fachpublikationen und vier Bücher über verschiedene polizeispezifische Themen veröffentlicht. Zur Zeit schreibt er an seiner (zweiten) PhD-Dissertation über Motivation durch ziel-orientierte Führung.

 

Veröffentlicht von on Jun 3rd, 2009 und gespeichert unter DRUM HERUM, SONSTIGES. Sie können die Kommentare zu diesem Beitrag via RSS verfolgen RSS 2.0. Sie können eine Antwort durch das Ausfüllen des Kommentarformulars hinterlassen oder von Ihrer Seite einen Trackback senden

2 Antworten for “Die US-Cops”

  1. Sg sagt:

    „…Ein Polizist (Polizeikommissar, 26 Jahre alt) aus Nordrhein Westphalen verdient im Jahr durchschnittlich 25.000 Euro und steht damit besser als sein US-Kollegen…“

    Laut Ihrer Aussage verdient ein US- Cop aber mehr..

    Gruss
    M.Siegrist

  2. ExCop sagt:

    Insg. guter Artikel, jedoch stimmt das mit dem Verdienst bei weitem nicht. Sie haben die Lage so hingestellt als würde das LAPD die am besten bezahlte Dienststelle sein. Innerhalb Kaliforniens ist dies jedoch bei weitem nicht der Fall. Ein Polizist hier in CA verdient fast 3 mal so viel wie ein Kollege in Deutschland. Ich weiß das deshalb, weil ich für 6,5 Jahre Polizeibeamter in Bayern war und mittlerweile mit meiner amerikanischen Ehefrau hier in CA lebe. Ein Großteil meiner Familie sind hier in CA bei der Polizei. Für meinen Geschmack ist dieser Artikel die Polizei in Deutschland etwas zu gut davonkommen. Ich kenne auch in D genügen Kollegen die in München auf einen Zweitjob angewiesen sind. Hier in den USA werden bei fast allen PDs Überstunden 1,5 fach bezahlt. Alles über 12 Stunden wird sogar doppelt bezahlt. Diese Praktik ist in D unmöglich. Hier werden Überstunden abgefeiert. Wenn man sich Überstunden auszahlen lassen will bekommt man umgerechnet soweit ich weiß 1.50€ mehr pro Stunde. Wie ich sehe sind sie Ausbildungskoordinator bei einer BFE Einheit. Auch ich war für 3,5 Jahre bei einer BFE-Einheit und zwar beim Bayerischen USK der Bereitschaftspolizei (auf persönliche Anfrage hin verrate ich Ihnen als Kollegen gerne auch meinen Zug falls irgendwelche Zweifel bestehen sollten). Als Verheirateter habe ich hier umgerechnet 2200 Euro monatlich verdient. Hiebei habe ich natürlich die „wohl bemessene Gefahrenzulage“ von 150€ pro Monat (brutto) mit eingerechnet. Diese Gefahrenzulage trägt nebenbei bemerkt immer wieder zur guten Laune bei, wenn ich mich mit meinen Verwandten hier in den USA zum Plausch treffe. Ich will das USK beim besten Willen nicht mit SWAT vergleichen, hierbei wäre wohl eher das SEK die besser Wahl, jedoch ist auch das USK mit special weapons (besondere Tonfa, MPZ) sowie mit besonderen Taktiken ausgestattet. Ein officer bei SWAT verdient hier in CA durchschnittlich 120 000 Dollar pro Jahr.

    Auf meiner Internetseite können Sie mein Leben hier in den USA live mitverfolgen ;-)
    Sorry aber ich musste als Insider einfach meinen Senft dazu geben nachdem ich diesen Artikel gelesen habe….

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